Kunstprojekt Theresienhöhe: 1a Orte Urbane (Dis)Lokationen

Neubaugebiet Theresienhöhe  

Projekt

   




1a Orte Urbane (Dis)Lokationen, das Konzept einer Arbeitsgruppe der Kunstkommission unter Leitung von Dr. Heinz Schütz zusammen mit Alix Stadtbäumer und Jockel Heenes (†), greift das gegenwärtige Interesse der Kunst an öffentlichen Räumen und urbanen Situationen auf. Ein Ziel des Projektes bestand darin, konzentriert auf vier Orte – Bahndeckel, Georg-Freundorfer-Platz, Museumsumfeld, Schulvorplatz – das architektonische und stadtgestalterische, das ortsdefinierende und ortsreflektierende Potential der Kunst zu entfalten. Dabei wurde von Fall zu Fall eine möglichst enge Kooperation mit Architektinnen bzw. Architekten angestrebt, geplant war aber auch, wo möglich Einsichten anderer Disziplinen (etwa die Philosophie oder die Soziologie) mit einfließen zu lassen.

Umfeld des Verkehrsmuseums: Global Speed. Zunehmende Geschwindigkeit bestimmt die Entwicklung in den verschiedensten Bereichen. Der beschleunigte Verkehr und die wachsende Vernetzung bedingen das Verschwinden der Orte. – Im Umfeld des Verkehrsmuseums ist beabsichtigt, Objekte, Skulpturen, Installationen zu realisieren, die sich – bezogen auf den Ort ihrer Realisierung – mit den Themen Geschwindigkeit, Verkehr, Vernetzung und Globalität befassen. "Sweet Brown Snail", der Vorschlag des Künstlerduos Jason Rhoades und Paul McCarthy (siehe Einzelwerke) setzt sich in ironischer Weise mit der "unbegrenzten Mobilität" auseinander.

Georg-Freundorfer-Platz: K-Punkt. K wie Kunst, Kontakt, Kiosk, Kommunikation... Die Neubebauung der Theresienhöhe greift fundamental in das Stadtgefüge ein und wird sich auch auf die angrenzenden alten Stadtteile auswirken. Auf dem Georg-Freundorfer-Platz sollte für ca. zwei Jahre ein Container eingerichtet werden, in dem als Reaktion auf die Neubebauung die Identität des alten Stadtteils Westend im Rahmen eines von KünstlerInnen ausgearbeiteten Konzeptes reflektiert wird. Das Projekt ist leider aus Kostengründen gescheitert.

Eingangshalle und Platz vor der Schule: Platz / Vorplatz. Dem Platz vor der neuen Grundschule kommt eine Doppelfunktion zu: Er ist ein öffentlicher Platz für den Stadtteil und Vorplatz für die Schule. In enger Zusammenarbeit mit den planenden Architekt/-innen ( Prof. Dr. Rudolf Hierl und die Wiener Landschaftsarchitektin Cordula Loidl-Reisch) wurde ein nach innen wie nach außen wirkendes Kunstkonzept von der Berliner Künstlerin Sabine Hornig erarbeitet. Diese entwarf für die Glasfassade der Schule, die den Vorplatz im Nordosten begrenzt, eine komplexe "Spiegelung" (siehe Einzelwerke).

Bahndeckel: Freifläche. Der mitten im zukünftigen Wohngebiet liegende Bahndeckel wurde als Freifläche ausgewiesen. Erstmalig ist es hier gelungen durch die Bildung von Teams aus Künstler/innen und Landschaftsarchitekt/innen bereits bei der Planung eines wichtigen städtebaulichen Projekts Künstler zu involvieren. Um den Deckel zu gestalten, wurden 13 Teams aus KünstlerInnen und ArchitektInnen zu einem Kunstwettbewerb eingeladen. Den Siegerentwurf stellte das hierfür einmalig zusammen arbeitende Team: Rosemarie Trockel, Catharine Venart und Topotek1.

PUBLIKATION: 1a Orte, Kunstprojekt Theresienhöhe, Hrsg. Heinz Schütz im Auftrag des Baureferats der Landeshauptstadt München, 2007

Fotos: Topotek1

Ausstellungen:
QUIVID - Kunstprojekt Theresienhöhe, Ausstellung des Wettbewerbs FREIFLÄCHE

 


Siegerentwurf für den Wettbewerb FREIFLÄCHE vom Team Trockel/Venart/topotek1