Franz Ackermann:
Die große Reise, 2003


U-Bahnhof Georg-Brauchle-Ring - Georg-Brauchle-Ring
(Ecke Hanauerstraße)
Architekt: Burkhard Schäffer/ Baureferat U-Bahnbau
 

Einzelwerk
   

Wandgestaltung (je 120 m x 7,50 m)
Material: pulverbeschichtete Edelstahltafeln und Edelstahlwellblech mit Digitaldruck




Am 18. Oktober 2003 wird der U-Bahnhof Georg-Brauchle-Ring mit der raumgreifenden Wandarbeit Die große Reise von Franz Ackermann eröffnet. Der Bahnhof steht am Anfang einer neuen Generation von U-Bahnhöfen, bei denen aktuelle Kunst eine prägende Rolle spielen wird. Im Rahmen von QUIVID, dem Kunst am Bau Programm der Stadt München, wurden ab dem Jahre 2000 von der Hauptabteilung U-Bahnbau des Baureferates unter Beteiligung der Münchner Kunstkommission drei internationale Kunstwettbewerbe für die Bahnhöfe Georg-Brauchle-Ring (Realisierung: Franz Ackermann), Olympia-Einkaufszentrum (Realisierung: Olaf Metzel) und Olympiapark Nord (Realisierung: Rudolf Herz) ausgelobt. Für den U-Bahnhof Fröttmaning, der die Allianz Arena erschließen wird, erging ein Direktauftrag an den Wiener Künstler Peter Kogler zur Kooperation mit den Architekten Bohn+Bohn.
Der U-Bahnhof Georg-Brauchle-Ring bindet den Stadtteil Moosach durch die Verlängerung der U-Bahn-Linie 1 an das U-Bahnnetz an. Eine Verlängerung bis zum Olympia-Einkaufszentrum erfolgt im Jahre 2004. Die Lage und Entwicklung des U-Bahnhofes Georg-Brauchle-Ring ist bedingt durch das im Bau befindliche Hochhausprojekt „Uptown Munich“ des Architekten Christoph Ingenhoven, sowie den Bau und die Planung weiterer großer Büro- und Verwaltungsbauten in diesem Umfeld. Weiterhin besteht eine räumliche Nähe und Sichtbeziehung zum Olympiapark. Daher ist an dieser Station eine hohe Nutzerfrequenz und internationales Publikum zu erwarten.

Der Künstler Franz Ackermann, der an der Münchner und Hamburger Kunst-akademie studierte, ist heute selber Professor am ZKM in Karlsruhe und in vielen internationalen Ausstellungen vertreten. Bekannt wurde er durch seine expansiven Bildwelten und raumgreifenden Installationen. Inhaltlich befasst er sich häufig mit den Sehnsüchten und Wünschen der Menschen und erforscht, wie diese durch Werbung und Kulturindustrie beeinflusst und geprägt werden. Insbesondere den Tourismus, eine der gewinnträchtigsten Einnahmequellen der westlichen Welt, stellt er in seinen Arbeiten an den Pranger. „Tourists Are Money“ sang die britische Punk-Band Sex Pistols 1977 in ihrem Song God Save the Queen. Zwanzig Jahre später griff Franz Ackermann den Satz anlässlich der Ausstellung Urban Living auf und schrieb ihn mit schwarzen Lettern an die Wand des Ausstellungsraums. Seither sind Formen der Ortsbesetzung sein künstlerisches Thema. Er reflektiert, wie Tourismus in Kolonialismus umschlägt.

Fotos: Wilfried Petzi