Stefanie Unruh:
Schmetterlinge, 1998


Kooperationseinrichtung - Lucia-Popp-Bogen 27
(Innen- und Außenbereich)
Architekt: Kastner und Scheidel
 

Einzelwerk
   

20 Aluminiumschmetterlinge auf blauer Wand, 30 Buntstiftzeichnungen, Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen und Falter



Er ist der Inbegriff von Schönheit, Zartheit und Vergänglichkeit. Seit jeher ist der Schmetterling aber auch Symbol für die Unsterblichkeit der Seele, weil seine vollkommene Metamorphose von der Puppe zum Falter schon immer mit der Befreiung der Seele aus dem Körper im Augenblick des Todes gleichgesetzt wurde. Doch sein hoher Symbolwert ist heute fast in Vergessenheit geraten, und der Schmetterling selbst ist in seiner einstigen, ungeheuer großen Artenvielfalt vom Aussterben bedroht. Die vielschichtige Arbeit der Münchner Künstlerin Stefanie Unruh ist in der Lage, dem Schmetterling seinen Stellenwert und Lebensraum zurückzugeben. Die zwanzig silberfarbenen Schmetterlinge auf dem Mittelteil der weithin leuchtenden, blau gefärbten Kooperationseinrichtung haben Signalwirkung und schaffen Identifikation. Die dreißig Buntstiftzeichnungen von Schmetterlingen und ihrem bevorzugten Pflanzenfutter sorgen in den Eingängen von Kinderkrippe und Kindergarten für ruhiges Kennenlernen der Arten. Die im Außenraum angebauten Futterpflanzen locken Raupen und Falter an und geben den Kindern die Möglichkeit, ihr Wissen um das Zusammenwirken von Pflanze, Tier und Mensch zu vertiefen und anzuwenden. Unruhs übergreifendem Konzept von Fassade, Innenraum und Außenbereich entspricht ein umfassendes geistiges Konzept, wo schon der kleine Mensch mit Tier und Pflanze eine Gemeinschaft bildet, indem er Betrachtung, Wissen und verantwortliches Handeln nicht nur kontinuierlich pflegt, sondern letztendlich als Selbstverständlichkeit in sein Leben integriert. Claudia Niklas

 


Außenansicht des Kindergartens mit der Arbeit "Schmetterlinge"
Pressebild zum Download / Abdruckrechte in Abstimmung mit QUIVID