Dagmar Rodius:
Wachsen, 1998-2000


Grundschule mit Tagesheim - Jenaer Straße 3
Architekt: Architekten Bauer, Kurz, Stockburger
 

Einzelwerk
   

dreiteilige Arbeit: Schnecke in der Eingangshalle, zwei Steinscheiben uund zwei Steinringe im Pausenhof



Wenn der Pausengong in der Grundschule an der Jenaer Straße ertönt, stürmen die Kinder auf den Hof. Hauptanziehungspunkt sind zwei schlichte Steinskulpturen aus hellem Kalkstein, die Dagmar Rhodius sensibel für die landschaftliche Situation in das kleine Außengelände eingebettet hat. Die Arbeiten sind nicht nur autonome Kunstwerke, die ihr Selbstverständnis aus ihrer Form heraus behaupten, sondern auch eine Einladung zum Spiel.
In der Eingangshalle der Schule setzt die ionische Schnecke aus dunkelgrünem Serpentin - bündig in den hellen Fliesenboden eingelassen -, einen sichtbaren Akzent. Wachsen ist das beherrschende Thema dieser Arbeit, das auch als Schriftintarsie aus schwarz-grünem Stein in den Boden eingelegt wurde. Aus dem Inneren dieser schlichten und doch dynamischen Form scheinen die Buchstaben herauszuwachsen.
Die Anziehungskraft der Schnecke ist sehr stark. Kinder treffen sich dort, gruppieren sich und fangen an zu spielen. Die Schnecke gibt eine kreisende Bewegung vor, die sich hin zur Tür, nach draußen öffnet. Wachsen. Erwachsen werden. Jeden Tag ein Stückchen mehr.
Cornelia Gockel

Fotos: Stefan Müller-Naumann