Hubertus Reichert:
Isabella-Red, 2002


Wohngebäude mit Jugendfreizeitstätte/Kindergarten - Fallmerayerstraße 2
Architekt: Heil & Aichele Architekten GmbH
 

Einzelwerk
   

Farbgestaltung des Treppenhauses



Der Neubau in der Fallmerayerstrasse Nr. 2 ist ein Beispiel dafür, dass das Zusammenspiel von Architektur und künstlerischer Intervention einen Ausweg aus dem städtebaulichen Einerlei bietet.
Schon allein die verglaste Front zieht die Blicke der Passanten unweigerlich an, bietet diese doch Einblick in das Treppenhaus – ein tektonisches Ensemble, das durch seine klare Formsprache besticht. Die horizontale Ausrichtung der Stockwerke kontrastiert mit den diagonalen Linien des Treppengerüsts. Gestützt wird dieses von einer Betonwand, die sich wie ein breites Band vom Keller bis zum Dach zieht.
Um diesem konstruktiven Raumprogramm die Strenge zu nehmen, greift der Künstler Hubertus Reichert auf einen balancierenden Einsatz von Licht und Farbe zurück.
Die rohe Betonwand wurde in eine rostrote Farbfläche verwandelt, die in einem harmonischen Verhältnis zu der grünlichen Fassadenfarbe steht. Mit Hilfe des gedämpften Rot gelingt dem Künstler zudem eine gelungene Symbiose zwischen der nüchternen Ästhetik des Betons und den warmen Ausdruckswerten von traditionellen Materialien wie Ziegel oder Terrakotta.
Neben der sensiblen Farbauswahl spielt die Lichtführung eine große Rolle. In Form einer linearen Komposition ziehen sich Neonröhren unterhalb der Treppenstiegen von die Stockwerke hinauf, um spielerisch die grafische Anordnung der architektonischen Elemente zu untermalen. Aufgabe der Lichtregie ist es aber vor allem, die Wirkung der Farbe zu intensivieren und diese hinaus in die Strasse zu tragen.
Diese, auf Außenwirkung angelegte Konzeption transformiert den Bau in eine raumübergreifenden Installation. Gerade von der Isabellastrasse kommend agiert der Bau schon von weitem als ein Blickmagnet, was der Arbeit den Titel "Isabella-Red" gegeben hat. Marion v. Schabrowsky

Fotos: Marianne Heil