Rita Hensen:
Wer schläft, der strahlt, 2018


Kinderkrippe - Helgastraße 8
 

Einzelwerk
   

drei runde klare Glasscheiben im Durchmesser 100, 80, 70 cm; Handzeichnungen eingebrannt mit orangefarbener keramischer Schmelzfarbe



Was ist denn das? Eine orangefarbene Kugel mit Strahlenkranz schwebt über die hellblaue Wand der Kinderkrippe in der Helgastraße. Ist es eine Sonne oder vielleicht eine Urzelle, der Beginn allen Lebens? Aus der Urzelle könnte theoretisch alles entstehen, aber die Münchner Künstlerin Rita Hensen entwickelt den kleinen Strahlenball weiter zu einem Igel, einen Bewohner des ursprünglich verwilderten Grundstücks. Wie selbstverständlich scheint er die Treppe der Kinderkrippe hinaufzukrabbeln. Im oberen Treppenlauf beginnt er sich einzurollen, um schließlich unter der Treppe als kleine stachelige Kugel einzuschlafen. „Wer schläft, der strahlt“ so lautet der Titel dieses Werkes und tatsächlich wirkt der schlafende Igel als würde er strahlen, denn die einfache Handzeichnung lässt die Stacheln wie Strahlen erscheinen.
Die Konturen des kleinen und präsenten Tieres sind in einer orangefarbenen keramischen Schmelzfarbe auf drei kreisrunde Glasscheiben unterschiedlicher Größe - 70, 80 und 100 cm im Durchmesser - eingebrannt. Jedes Glas ist angebracht auf einer entsprechend großen runden weißen Fläche innerhalb des hellen Blaus, in das die ganze Wand von unten bis oben gefasst ist.. Mit Abstand betrachtet, bilden sie auf der Wand die Eckpunkte eines Dreiecks.
Der Farbklang von Orange, Weiß und Hellblau mit dem Hellgrün des Linoleumbodens taucht das Innere der Kinderkrippe in eine Atmosphäre von Ruhe und Ausgeglichenheit.
Die luftig-leichte Farbgebung erinnert an einen zarten Frühlingstag im Grünen mit wolkenlosem Himmel. Je nach Lichteinfall und Standpunkt werfen die Zeichnungen ein Schattenspiel auf die Wand und die Igel kommen in Bewegung. Die Kinder erhalten mit ihnen kleine Gefährten, die sie jeden Tag empfangen und sie bei ihren kleinen und großen Herausforderungen des Krippen-Alltags begleiten.

Fotos: Boris Storz