333:
Konzert für 3756 Lichtzeuge


Funkstation, Neubau einer offenen Einrichtung - Margarete-schütte-Lihotzky-Straße 36
Architekt: Kumpermond Mateschke Architekten BDA, München
 

Einzelwerk
   

Schauzeug: reflektierende Folie, Edelstahl,
Aluminium, selbstdrehend im Wind, (H) 210 cm
Detailzeug: Edelstahl, Glaslinse, (H) 150 cm
Verformzeug: PMMA Linsen, (∅) 30 – 50 cm
Farbzeug & Spiegelzeug: Spiegel- und Farbfolie,
Gesamtfläche ca. 28



Wenn die Sonne tief aus dem All heraus unseren Planeten bestrahlt, dann leuchten in der Margarete-Schütte-Lihotzky-Straße 36 cyanblaue und magentafarbene Punkte auf, schicken silbrige Spiegelchen Lichtblitze durch die Räume, wandern Schatten und Reflexe über Böden und Wände. Dann beginnt es, das „Konzert für 3756 Lichtzeuge“. Das Künstlerinnen-Kollektiv 333 hat seine Installation klug auf die transparente und lichtdurchflutete Architektur des Gebäudes konzipiert. Viele verschiedene Elemente greifen sich hier in Spiegelungen und Schattenwurf gegenseitig auf bzw. greifen ineinander – nicht nur das bunte Farbzeug oder das silberne Spiegelzeug, auch die als (Un)sichtbarzeug titulierte Treppenhaus-Wand aus Lochblech mit ihren bewegbaren Acrylglas-Scheiben (Verformzeug) oder das auf die Dachterrasse montierte Detailzeug, eine Art innenverspiegeltes Fernrohr, durch das dies alles ins Visier genommen werden kann. Vor dem Gebäude verweist schließlich ein im Wind rotierender Reflektor (Schauzeug) darauf, dass hier auf dem Weg des Lichts die Raumgrenzen zwischen Innen und Außen mindestens durchbrochen, wenn nicht gar aufgehoben werden. Die großen Glas- und Wandflächen des Gebäudes werden dabei zur vielschichtigen Bühne eines hochdynamischen Spiels aus Farbe, Licht und Schatten, das nicht nur je nach Wetterlage, Jahres- und Tageszeit variiert, sondern auch von jeder Person je nach Perspektive völlig individuell erlebt wird. Womit die Licht-Reflexionen dieser Arbeit zu einem ganz persönlichen Nachdenken einladen: nämlich über die eigene Wahrnehmung.

Matthias Supé

Fotos: Peter Schinzler