Rita Hensen:
Steinblumen-Blumensteine, 2017


Haus für Kinder - Josef-Obenhin-Straße 1
Architekt: karlundp Architekten, München
 

Einzelwerk
   

Dreiblättrige Blume: Jura-Kalkstein ca.120 x 120 cm, 35 cm hoch
Vierblättrige Blume: Eifel-Basalt ca. 130 x 130 cm, 45 cm hoch
Fünfblättrige Blume: Asiago-Marmor ca. 150 x 150 cm, 25 cm hoch



Seltene Blüten wachsen im Haus für Kinder an der Neuhauser Josef-Obenhin-Straße 1. In den Boden des überdachten Eingangsbereiches sind von der Tür ausgehend vier Intarsien-Stiele eingelassen; drei von ihnen münden in steinerne Blumen, die plastisch aus der Fläche treten: Eine dreiblättrige Blüte aus hellem Jura-Kalkstein und eine vierblättrige Schönheit aus Eifel-Basalt nehmen eine prächtige fünfblättrige Blume aus rotem Asiago-Marmor in ihre Mitte. Die gebogenen Stiele bestehen aus grünem Granit, der äußerste von ihnen windet sich in eine angedeutete Spirale, deren Ende um die Hausecke weist.

Die Münchner Künstlerin Rita Hensen hat die „Steinblumen-Blumensteine“ entworfen, deren Durchmesser zwischen 120 und 150 Zentimeter variieren. Sie setzt dabei auf ein universelles Motiv, das für die Begegnung mit der Natur steht und fand dafür elementare, harmonische Formen von hoher Prägnanz. Den Kindern und ihren Eltern, die täglich ins Haus für Kinder kommen, bieten die Blumen einerseits Sitzgelegenheiten in drei Höhen – sie sind 25, 35 und 45 Zentimeter hoch – und regen andererseits den kindlichen Impuls an, von Stein zu Stein zu springen. Zugleich sorgen die Rundung der Kanten sowie die verschiedene Körnung und Politur der Oberflächen für eine hohe haptische Qualität und animieren zum Tasten und Anfassen. Die grünen Platten der Stiele laden wiederum dazu ein, gehend oder hüpfend ihrem Verlauf zu folgen.

Darüber hinaus schafft Rita Hensen mit ihrem Kunstwerk eine Verbindung von Innen- und Außenraum, vom Haus für Kinder zu seiner Umgebung. Dabei stehen die von innen nach außen wachsenden „Steinblumen – Blumensteine“ auch symbolisch für die Kinder, die mit der Zeit ihren geschützten Raum verlassen und die Welt zu erkunden beginnen.

Roberta De Righi

Fotos: Jens Weber