Wolfgang Weileder:
Veronikas Welt, 2016


Grundschule - Ilse-von-Twardowski-Platz 1
Architekt: Balda Architekten GbmH, Fürstenfeldbruck
 

Einzelwerk
   

Messing, ASB Plastik, mechanisches Getriebe
300 cm x 580 cm x 580 cm



Mädchen und Jungen im Grundschulalter sind Weltentdecker, Forscher und Abenteurer. Lehrer und Eltern kommen in dieser Zeit kaum nach, den Wissensdurst ihrer Schützlinge zu stillen. Mit „Veronikas Welt“ hat der Künstler Wolfgang Weileder für die neuerbaute Grundschule am Ilse-von-Twardowski-Platz eine Installation geschaffen, die sich auf die Lebenswelt eines etwa 8-jährigen Kindes bezieht. In der mit hellem Birkenholz vertäfelten Aula hängt ein metallisch glänzendes, kinetisches Objekt von der Decke herab, das an ein mechanisches Planetenmodell erinnert. An unterschiedlich langen, dünnen Messingstäben sind kleine Figurinen aus weißem Kunststoff befestigt, die um eine astronomische Uhr kreisen. Seit dem 18. Jahrhundert haben Wissenschaftlicher mechanische Modelle gebaut, um den Umlauf der Planeten um die Sonne zu erklären. Obwohl es inzwischen computeranimierte Darstellungen gibt, haben sie bis heute ihre Faszination nicht verloren. In Weileders „Planetenmaschine“ kreisen jedoch keine Gestirne, sondern ein Pferd, eine Geige, ein Schlitten, die Spielfigur von Supermario, ein Modellflugzeug und andere Objekte, die für Veronika von Bedeutung sind. In die astronomische Uhr im Zentrum sind die Namen von Freundinnen, Freunden und Familienmitgliedern eingraviert, die im Mittelpunkt ihres Lebens stehen. Durch die kreisenden Bewegungen setzten sich die Objekte zu immer wieder neuen Konstellationen zusammen. „Veronikas Welt ist ein exemplarisches Weltmodel eines Kindes, eine Mischung aus Realität und Traum“, kommentiert Weileder sein Werk. Als Künstler hat er sich in der Vergangenheit immer wieder mit der Wahrnehmung und Darstellung von „Welt“ auseinandergesetzt. „Veronikas Welt“ steht somit nicht nur in der Tradition der Aufklärung, sondern ist auch ein Beispiel der künstlerischen Aneignung von wissenschaftlichen Welterklärungsmodellen.
Cornelia Gockel

Fotos: Quirin Leppert