Sinta Werner:
Der CMYK-Farbraum, 2015


Neubau Schulkomplex - Meindlstraße 8
Architekt: Krug Grossmann Architekten, München
 

Einzelwerk
   

Boden und Wände mit farbiger Beschichtung
Verbundssicherheitsglas mit farbigen Folien
farbige Decke mit Einbauleuchten



Warme Orange- und Rottöne empfangen Besucherinn und Besucher, wechseln über Blau und Grün zu Lila und Pink. Wie man den Eintritt in ein Gebäude in ein sinnlich-ästhetisches Erlebnis verwandeln kann, zeigt die Künstlerin Sinta Werner. Sie hat den Windfang des neuerbauten Schulkomplexes an der Meindlstraße als einen begehbaren CMYK-Farbraum gestaltet. CMYK ist die Abkürzung für die Farben Cyan, Magenta, Yellow und den Schwarzanteil Key, also der Basis für den modernen Vierfarbendruck. Farbenmodelle haben in der Lehre von Kunst und Gestaltung, sowie in vielen Bereichen der Wissenschaft eine zentrale Bedeutung. Mit dem CMYK-Farbraum hat Werner nicht nur ein ästhetisch überzeugendes Werk geschaffen, das Schülerinnen und Schüler unterschiedlichen Alters gleichermaßen anspricht, sondern verweist auch auf die Schule als einen Lernort.
Bei der Ausformung der Farbfelder orientierte sie sich an dem Raster der architektonischen Struktur des Gebäudes. Dabei hat sie die Wände, die Glastüren, die Decke und selbst den Boden mit in ihre künstlerische Gestaltung einbezogen. Je nach Tageszeit und Wetterlage entstehen durch den wechselnden Lichteinfall immer neue visuelle Eindrücke. „Die Installation ist geplant wie eine Farbdusche, in der man sich erfrischen kann und mit Energie aufladen; ein Ort, welcher die visuelle Wahrnehmung anregt und damit die Aufmerksamkeit erhöht“, erklärt sie ihre Intention. Der CMYK-Farbraum ist Sinta Werners erstes realisiertes Kunst-am-Bau-Projekt. Dass die Künstlerin, die schon viele ortsspezifische Installationen an der Schnittstelle von Bild, Objekt und Architektur geschaffen hat, über ein großes Wissen über die Wirkung von Räumen verfügt, stellt sie mit diesem Entwurf eindrucksvoll unter Beweis.
Cornelia Gockel

Fotos: Sorin Morar