Vincent Mitzev:
Pippi, 2014


Kinderkrippe Leutstettener Straße 88 - Leutstettener Straße 88
Architekt: Klemens Lenz Architekt, München
 

Einzelwerk
   

Bronze
150 x 90 x 40 cm



Sie hat Bärenkräfte, ist erstaunlich mutig, einfallsreich und quirlig – Pippi Langstrumpf gehört längst zu den quasi mythischen Figuren der Neuzeit. Mit ihren abstehenden roten Zöpfen wurde Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf zu einer Kindheits-Ikone, die schon die Kleinsten erkennen.
Darum lag es für den Münchner Künstler Vincent Mitzev nahe, mit seinem Kunstwerk am Bau für die Kinderkrippe in der Leutstettener Straße Astrid Lindgrens Kinderbuchgestalt ein etwas anderes Denkmal zu setzen: Eine Bronze-Statue, die alles andere als statisch wirkt, sondern von der vielmehr eine starke Dynamik - und ansteckende Fröhlichkeit - ausgeht.
Vincent Mitzev fand eine kindgerechte, verhalten stilisierte Formensprache: Eindeutiges Erkennungsmerkmal sind die abstehenden Zöpfe und das kurze Kleid; Arme und Beine der Figur hingegen sind verfremdet. Sie sind im Verhältnis zu Kopf und Rumpf überdimensioniert und, ebenso wie die kindlichen Gesichtszüge, fast comic-artig vereinfacht.
Seine rund 1,5 Meter große „Pippi“ balanciert mit dem linken Bein auf einer dünnen Stele und streckt das rechte weit in die Luft. Auf dem kleinen Rodelhügel im Garten der Krippe scheint die Statue weniger zu stehen, als dass sie im Begriff ist, ihn herab zu tanzen.
Diese Haltung passt gut zur unbeschwert anarchischen Pippi Langstrumpf, die ihren Alltag ohne Eltern meistern muss, aber furchtlos zwischen zwei Welten, derjenigen der Kinder und jener der Erwachsenen, Purzelbäume schlägt.
Roberta De Righi

Fotos: Christoph Mukherjee