Tina Haase:
Gaby, 2013


Kinderkrippe Gleißnerstraße 16 - Gleißnerstraße 16
Architekt: Ebe Ausfelder Partner Architekten, München
 

Einzelwerk
   

Goldbronze,
63 x 37 x 68 cm



Für die Kinder im Münchner Osten gibt es einen neuen Grund, jeden Morgen gerne in ihre Kindertageseinrichtung zu gehen. Denn seit einiger Zeit begrüßt sie dort freundlich ein kleines, goldfarbenes Bronzeschwein namens Gaby. Freudig streicheln die Kleinen den speckigen Körper des Tieres, reiben seine blank polierte Schnauze oder zupfen hinten an dem kleinen Ringelschwanz. Die ganz Mutigen können sogar darauf reiten. Gaby ist eine Skulptur der Künstlerin Tina Haase und das neue Wahrzeichen der Kindertageseinrichtung an der Gleißnerstraße. Die Künstlerin hat sie auf dem Fußweg im Eingangsbereich in der direkten Blickachse zum Flur installiert. So markiert sie auch den Übergang von der Erwachsenenwelt in den Bereich der Kinder.
Haase, die als Professorin Bildender Kunst an der TU München lehrt, bezieht in ihre künstlerische Arbeit oftmals Fundstücke oder Alltagsgegenstände mit ein und setzt sie durch minimale Veränderungen in einen neuen Kontext. Auch Gaby kommt einem seltsam vertraut vor. Formal erinnert sie an Spielzeugfiguren oder an die rosafarbenen Plastikschweinchen, die man sich an Silvester als Glücksbringer überreicht. „Natürlich sind mit dem Schwein die Assoziationen zum Glück nicht weit“, erklärt die Künstlerin: „Mich interessiert am Schwein aber mehr das Haptische und die Ähnlichkeit zum Menschen, das Speckige und das Ehrliche.“ Im öffentlichen Raum wirkt das kleine, goldene Bronzeschwein, als ob es aus der Spielzeugkiste der Kinder herausgesprungen ist, um sich neugierig einmal draußen in der Welt umzuschauen. Das Abenteuer kann beginnen.
Cornelia Gockel

Fotos: Christoph Mukherjee