Andreas Stetka:
Waldwiesengarten, 2013


Haus für Kinder Waldwiesenstraße 27
Architekt: Zwischenräume Architekten + Stadtplaner, München ;
 

Einzelwerk
   

Buchstaben: Kunstharzpressholz
Buchstabenhöhe ca. 30 cm
Drehräder: Aluminium
Technische Konstruktion: Jörg Loose
Mauer: Beton (ca. 1,70 m x 16,0 m)



Eine Sichtbetonmauer, die den überaus idyllischen Schriftzug „Waldwiesengarten“ trägt, trennt die Zugangsrampe des Kinderhauses von der nicht ganz so idyllischen Waldwiesenstraße; eine Mauer, auf der die Buchstaben des Namens nicht nur „stehen“, sondern die sich auch drehen lassen. Denn auf der Rückseite der Mauer können die dort exzentrisch aufgehängten Buchstaben des Namens mittels einer entsprechenden Reihe formschöner und in Kinderhöhe angebrachter Metallräder um die eigene Achse gedreht werden, was die gegebene Ordnung buchstäblich herum und herauf und herunter zum Tanzen bringt.

Dabei sehen die Drehenden, bedingt durch die Höhe der Mauer, ebenso wenig die Ergebnisse ihrer
Manipulationen, wie der straßenseitige Betrachter auf den ersten Blick die Ursachen der rätselhaften
Drehbewegungen und Unordnung auszumachen vermag. Die graubraun lasierten Holzlettern lockern die Fassade wohltuend auf und schaffen mit ihrer Anmutung pädagogisch wertvollen Holzspielzeugs gleichzeitig eine Verbindung zum Inneren des Hauses für Kinder.
Die Qualität von Andreas Stetkas Arbeit ist ihre schlagende Einfachheit, und ihr schneller, präziser Witz, der sich Erwachsenen wie Kindern gleichermaßen ziemlich unmittelbar erschließt. Sie vereint elegant und mit leicht anarchischem Humor funktionale und formale Bezüge mit kindgerechter Bespielbarkeit.
Peter T. Lenhart

Fotos: Peter Schinzler