Freie Klasse:
Platz an der Sonne, 2013


Gymnasium Trudering - Friedenspromenade 64
Architekt: Felix Schürmann Ellen Dettinger Architekten
 

Einzelwerk
   

Stahlkonstruktion insgesamt 10,00 x 8,00 m
grundiert und lackiert.
An dem Schirm sind 162 spiegelnde Kacheln aus V2A-Blech 1,5 mm und drei Majolika-Ziergewichte montiert.



Lichtpunkte fallen auf die Fassade des Gymnasiums Trudering, dringen durch die großen Fenster der Mensa ins Innere des Gebäudes oder bündeln sich als Lichtfelder auf dem Vorplatz der Schule. Doch die Reflexionen stammen nicht von Sonnenstrahlen, die sich ihren Weg durch das Blattwerk von Bäumen bahnen, sondern von dem Parabolspiegel der Skulptur „Platz an der Sonne“. 162 Reflexionspaneele aus eloxiertem, hochglanzpoliertem Edelstahl fangen auf einem 8 x 4 Meter großen Schirm an einem hohen Stahlmast das Sonnenlicht ein und werfen es ähnlich einer umgedrehte Diskokugel auf den Vorplatz der Schule. So verwandelt die Freie Klasse den durch das Gebäude verschatteten, an der Nordseite gelegenen Freisitz vor der Mensa in einen „Platz an der Sonne“. In den Abendstunden ermöglichen die an der Spiegelschale angebrachten Scheinwerfer auch eine Beleuchtung mit Kunstlicht. Das Werk der Münchener Künstlergruppe Freie Klasse zeigt, dass Kunst-am-Bau im Zusammenspiel mit der Architektur nicht nur ästhetische, sondern durchaus auch funktionale Aufgaben übernehmen kann.

In ihrer Form erinnert die Arbeit an die Rundsichtradaranlage der deutschen Flugsicherung. Bis 1992 hat der nahegelegene Flughafen Riem das Leben in Trudering nachhaltig geprägt. Durch die Schließung wurde der als Gartenstadt geplante Stadtteil nachverdichtet, dadurch wurde auch der Neubau des Gymnasiums Trudering notwendig. Wie ein Wahrzeichen ragt die Skulptur der Freien Klasse an der Friedenspromenade mit 10 Metern Höhe perspektivisch gesehen über das mehrgeschossige Schulhaus hinaus und verbindet so Vergangenheit und Zukunft.

Cornelia Gockel

Fotos: Eward Beierle