Doris Hahlweg:
Ohne Titel, 2000/2001


Grundschule mit Kindergarten und Hort - Guldeinstraße 27
Architekt: W. Landherr
 

Einzelwerk
   

Ölfarbe auf Aluminium



Breite, energetisch fortstrebende Farbbahnen in Sonnengelb und lichtem Orange verlaufen durch das Bildpanorama. An einem markanten Knotenpunkt überkreuzen und unterminieren sie sich, um schließlich in ein Niemandsland aus lasierenden Ölschichten zu münden oder an eine brüske Territoriumsgrenze zu stoßen. Taubenblauer Grund scheint irgendwo unter den sonnigen Farb-Highways hervor und ein Stück weiter blockiert eine plane Ebene den Blick. Es ist, als sehe man den malerisch reflektierten Ausschnitt einer bizarren Wegeführung vorgeschrieben. Womöglich handelt es sich auch um die expressive Skizzierung einer Choreographie. Derlei Assoziationen angesichts der stark prozesshaften Malereien von Doris Hahlweg sind erst mal schiere Phantomdeuterei, auch wenn die Künstlerin gedankliche Rückbindungen an Erinnertes - etwa an das Archetypische von Landschaften - durchaus zulässt. Der Rhythmus ihrer Ölmalerei scheint in erster Linie von den sehr variabel ausfallenden Bildformaten bestimmt zu sein. Sieben bis acht, für das bloße Auge in ihrer Dichte nicht völlig wahrnehmbare Farbschichten überlagern sich in Hahlwegs Bildern. Für drei Räume im neu renovierten Schulgebäude in der Guldeinstraße hat Hahlweg den architektonischen Maßstäben gemäße Gemälde-Konfigurationen ersonnen. Bereits in der Eingangshalle überrascht sie mit zwei koloristisch reich orchestrierten Bildsignalen, die in ihrer Dimension die Fensterfelder spiegeln. Am letzten Podest des Treppenhauses findet sich hingegen aus kleineren Tafeln ein Ensemble mit akzenthaften Leerzeichen und Querverweisen installiert. Hahlwegs räumlich-malerische Imaginationsgabe gipfelt schließlich in einer für die Pausenhalle geschaffenen mehrteiligen Komposition, die sich bis zu den Säulen hin fortsetzt. Dem Bildgrund aus Aluminium ist es zu verdanken, dass sich die breitwandformatigen Gemälde wie Papierbanderolen fest um die Säulenschäfte fügen. Gerade im Vorübergehen erschließen sich die aperspektivischen Licht-Farb-Zeit-Illusionen in ihrer Verwandlungskraft. Birgit Sonna

Fotos: Rainer Viertlböck

 


Blick in die Pausenhalle der Grundschule Guldeinstraße mit der Arbeit von Doris Hahlweg
Pressebild zum Download / Abdruckrechte in Abstimmung mit QUIVID


Blick ins Treppenhaus der Grundschule mit der Arbeit von Doris Hahlweg