Endy Hupperich:
Meine Schule, 2010


Grundschule Amphionpark - Weizenbachstraße 12
Architekt: Keiner Balda Architekten (Sanierung + Neubau)
 

Einzelwerk
   

13,95 m x 2,04 m, Höhe des gesamten Aufbaus: 4,29 m
Buchstaben aus lasergeschnittenen Alublechen, lackiert
Unterbau aus verzinktem Stahl, mit Glimmerlackierung




Ohne Umschweife kommt das Kunstwerk zum Thema. Ein Gerüst ragt über das Flachdach des Neubaus und trägt einen Schriftzug in bunten Buchstaben, der jedem, der Lesen gelernt hat, verkündet, um was es geht (und wer es hier erst lernen soll, dem werden es die Großen schon erzählen und er wird es nun immer wieder vor Augen haben). Es geht um meine Schule, nicht um irgendeine Schule. So steht es dort oben in Schreibschrift, Schulschrift. Die vier horizontalen Linien des Gerüsts sind den Hilfslinien nachempfunden, die zum richtigen Proportionieren der Buchstaben verwendet werden. Diese selbst sind nicht einfach nur Zeichen auf einem Blatt. Sie sind bunte Objekte, hinter denen der echte Himmel erscheint – in Morgen-, Mittags- oder Abendstimmung, bewölkt oder heiter.

Der Maler Endy Hupperich hat in den Raum gezeichnet. Das Bild hat eine semantische Bedeutung durch Possessivpronomen und Substantiv. Aber genau so wichtig sind die Assoziationen, die das farbig beschriftete Gerüst weckt - vom Zirkus bis zur Achterbahn. Der Maler inszeniert eine ästhetische Aneignung und Überblendung, das Werk setzt ein Signal. Der Lernort ist keine graue, anonyme Maschine. Die bunten Worte verbreiten eine fröhliche, positive Atmosphäre. Weit sichtbar in die Umgebung hinein besitzen sie im wahrsten Wortsinn Ausstrahlung, die jeden Ankommenden empfängt und klar macht, dass es an diesem Ort auch um persönliche Verantwortung geht. Die Akzeptanz des Eigenen ist die Grundvoraussetzung zum Dialog und zur Konfliktlösung. So wünsch´ ich mir´s für meine Schule.

Jochen Meister

Fotos: Peter Schinzler