Martin Wöhrl:
Elemente, 2012


Grundschule mit Tagesheim an der Helmholtzstraße 6
Architekt: Hess/Talhof/Kusmierz, München
 

Einzelwerk
   

Vier lackierte Metallskulpturen und Fassadenornamente in Beton

Skulpturen:
Fische: 330 x 120 x 60 cm und 240 x 120 x 50 cm
Blume: 230 x 230 x 25 cm
Jet: 350 x 180 x 50 cm
Stern: 220 x 220 x 60 cm



Wenn Kinder neu in die Schule kommen, fehlen ihnen oft Orientierungspunkte, um sich in dem fremden Gebäude zurecht zu finden. Eine echte Hilfestellung bietet Martin Wöhrls Arbeit „Elemente“ für die Grundschule am Arnulfpark. Das Kunstprojekt ist ein gelungenes Beispiel, wie Kunst am Bau im Zusammenspiel mit der Architektur nicht nur schön anzuschauen ist, sondern auch handfesten Nutzen für die Schülerinnen und Schüler bringen kann. Für die Treppenhäuser der vier Gebäudeteile hat er aus farbig lackiertem Metall vier Skulpturen geschaffen, die sich an den vier Elementen orientieren. Wöhrl verwendet jedoch nicht die klassischen Symbole, sondern hat sie spielerisch in die Erlebniswelt der Kinder übertragen. Das Feuer verkörpert eine orangerote filigrane Skulptur in der Form eines Strohsterns, Luft steht für den leuchtend gelben schnittigen Papierflieger, die Erde symbolisiert eine bronzefarbene, grafisch vereinfachte Blume, und das Wasser versinnbildlichen die beiden pink- und silberfarbenen Fische im Origami-Stil. „ Auf die Idee haben mich die einfachen Metallfische gebracht, die Thailänder aus alten Coladosen falten“, berichtet Wöhrl: „Außerdem lassen sich die Formen auch von den Kindern leicht nachbasteln.“
Die Umrisse der Skulpturen von Martin Wöhrl haben wiederum die Architekten Hess/Talhof/Kusmierz aufgegriffen und als graphisch reduzierte Erkennungszeichen in die Betonwände im Eingangsbereich der vier Gebäudeteile geschnitten. Innen und Außen, Kunst und Architektur sind in der Grundschule am Arnulfpark eine sinnvolle Verbindung eingegangen, die auch den Kindern eine Orientierung im Schulalltag bietet.
Cornelia Gockel

Fotos: Florian Holzherr