Alfred Kurz:
AY AY, 2011


Haus für Kinder Dientzenhoferstraße 28
Architekt: LHP Planungsbüro, Bittenbinder + Kagerer
 

Einzelwerk
   

5 Gegensprechverbindungen
Stahlrohre, lackiert, zwischen 4m und 12m Länge




„Ay Ay Sir“, sagt der Matrose zum Kapitän, wenn er den Befehl verstanden hat. Auf hoher See, wenn schweres Wetter das Schiff in eine gefährliche Schräglage bringt, ist eine schnelle, reibungslose Kommunikation lebensnotwendig. Eines der ältesten und einfachsten Hilfsmittel ist das Röhrensprechsystem. Nur durch reine Schallübertragung können Unter- und Oberdeck in Kontakt miteinander treten. An den Innenraum eines Schiffs hat den Künstler Alfred Kurz die offene Architektur des Hauses für Kinder in der Dientzenhoferstraße erinnert. Deshalb entwarf er für das Gebäude mit „AY AY“ eine Arbeit, die sich auf das Kommunikationssystem aus der Schifffahrt bezieht. Fünf Gegensprechanlagen in den Farben Rot, Blau, Grün, Gelb und Lila führen vom Erdgeschoss in den ersten Stock. Jeweils zwei Schalltrichter sind durch Metallröhren miteinander verbunden. In der Farbigkeit orientieren sie sich an Kinderspielzeug und setzen deutlich sichtbare Akzente im Raum.

Das Haus für Kinder verfolgt ein teiloffenes Konzept. Obwohl hier Kinder unterschiedlicher Alterstufen von der Krippe über den Kindergarten bis hin zum Grundschulhort betreut werden, gibt es Zeiten für gruppenübergreifende Aktivitäten. Kurz unterstützt das pädagogische Konzept, indem er mit seiner Arbeit die verschiedenen Bereiche miteinander verbindet. Dabei orientiert er sich auch an dem kindlichen Kommunikationsbedürfnis. Fast jedes Kind hat wohl schon einmal davon geträumt, mit einem Schiff in See zu stechen. Mit „AY AY“ kann dieser Traum spielerisch umgesetzt werden.

Cornelia Gockel

Fotos: Claudia Hofmair