Dieter Kunz:
Catch the light, 2008


Kindertagesstätte St. Michael-Straße 77
Architekt: Prof. Wilfried Mayer
 

Einzelwerk
   

Dichroide und eingefärbe Gläser, Laser, Bedienelement mit Handgriff aus Porzellan, elektronische Schaltung (unkontrollierte Richtungswechsel) , 26 m x 35 m x 3,82 m



„In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen!“ Bereits in der Bibel wird die symbolische, ja metaphorische Kraft des Lichts beschrieben und das natürliche Sonnenlicht als „Licht des Lebens“ verstanden. Mit diesem Motiv, mit dieser Faszination arbeitet das Kunstprojekt von Dieter Kunz, das – erst auf den zweiten Blick sichtbar - in die Architektur integriert worden ist: Im zentralen Flurbereich sind an mehreren Fensterbändern im Dachbereich gefärbte und sogenannte „dichroitische“ Gläser eingesetzt, die das einfallende Licht nach zwei Richtungen in verschiedenen Farben zerlegen. Abhängig von der Intensität und dem Stand des Sonnenlichts entsteht so eine sich ständig verändernde Lichtinszenierung, die darüber hinaus sich farblich ebenfalls verändernde Schatten auf den Wänden und dem Fußboden bildet.

Dieses phantasievolle Spiel mit Licht und Schatten, mit Farben und Spiegelungen wird noch ästhetisch erweitert durch eine kleine Lasermaschine, die im mittleren Flurbereich installiert ist und deren Lichtstrahl durch einen in der Wand eingelassenen Joystick von den Kindern selbst gesteuert werden kann. So können die Kinder mit dem Laser-Pointer im Innern ebenso wie im Außenbereich Lichtsignale versenden. Durch diese Beteiligung an der optischen Erscheinung der Lichtspiele werden die Kinder zu Protagonisten, zu „kleinen Künstlern“, die in diesem Dialog des Lichts mit der Architektur und ihrem Benutzer die Installation zu einem „aktiven Kunstwerk“ werden lässt, das jeden Tag neu erschaffen wird.

Florian Matzner

Fotos: Dieter Kunz