Dorothee von Windheim:
Poesie, beiläufig, 2009


Städtische Berufsschule für Gartenbau, Floristik und Vermess - Am Kapuzinerhölzl 45
Architekt: Felix Schürmann, LA: Otto A. Bertram
 

Einzelwerk
   

13 Granitriegel, Nero Assoluto, Oberfläche geflammt, Schrift in Druckbuchstaben (Handschrift der Künstlerin), gesandstrahlt, bündig in Bodenbelag eingelassen, 32-seitiges Poesiehef.
1 x (90 / 9,3 / 10 cm), 2 x (93 / 10,5 / 5 cm), 10 x (93 / 10,5 / 10 cm)



Es gibt viel zu sehen auf dem Gelände der Berufsschule für Gartenbau und Floristik. Ein schmaler, gepflasterter Weg führt vorbei an moosbewachsenen Steinen, üppig grünen Büschen, duftenden Rosenblüten und hoch aufragendem Pampasgras – Natur in ihrer ganzen Vielfalt. Dass hier auch die Kunst ihren Platz gefunden hat, nimmt der Besucher dagegen eher beiläufig war. 13 schwarze Granitriegel hat Dorothee von Windheim mit Inschriften versehen und in die Gehwege eingelassen. Bei den Texten handelt es sich um kurze Fragmente aus Gedichten, die die Künstlerin in ihrer persönlichen Handschrift in den Stein einschreiben ließ. Die Inschriften wirken rätselhaft, da nicht ersichtlich ist, aus welchen Gedichten sie stammen. Das ist von der Künstlerin beabsichtigt, denn sie sollen zur selbstständigen Reflexion einladen. Wer mehr über die Gedichte erfahren will, kann den Wortlaut in einer kleinen Publikation nachlesen, die in der Schule erhältlich ist.

Von Windheim hat mit viel Bedacht die Fragmente ausgewählt und platziert. So befindet sich bei den Büschen das Fragment „buschda - da busch“ aus einem Gedicht von Ernst Jandl oder bei den Rosenstöcken die Zeile „Rose, oh reiner Widerspruch, Lust“ von Rainer Maria Rilke. „Eine Stelle wird durch etwas Besonderes, das sich auf ihr befindet oder das sich an ihr ereignet, zum Ort.“, hat Dorothee von Windheim einmal erklärt. Durch ihre subtile künstlerische Intervention benennt sie ausgewählte Stellen auf dem Gelände der Berufsfachschule und macht sie so zu Orten der Reflexion.

Cornelia Gockel

Fotos: Dorothee von Windheim