Bruno Wank:
WANKITA, QUIRIN, EINRAD MIT SITZ, 2008


Kindertagesstätte Elisabeth-Kohn-Straße 20
Architekt: Burger Landschaftsarchitekten
 

Einzelwerk
   

Drei Fahrgeräte aus Bronze: 140 x 50 x 82, 105 x 34 x 53 und
29 x 40 x 37




Wenn Kinder gestalten, ganz egal ob sie nun malen oder basteln, dann gibt es keine Regeln. Autos zum Beispiel können da viele Ecken und Fenster, statt Reifen Kugeln, oder auch überhaupt keine Untersätze haben, je nachdem wie es eben in dem Moment zu sein hat. Um diesen grenzenlosen kreativen Input zu nutzen, ließ Bruno Wank die Kinder der Tagesstätte am Ackermannbogen gezielt Skizzen und Modelle für Fahrgeräte anfertigen. Fahrgeräte hatte der Bildhauer deshalb für sein Projekt ausgewählt, weil er unbedingt haptisch erleb- und benutzbare Gegenstände schaffen wollte - ein Anspruch, der Wanks Arbeiten ebenso durchzieht wie das Motiv der (Fort-)bewegung. Beides findet man folglich auch in den Skulpturen, die der Künstler - inspiriert von den Ideen der Kinder - schließlich in Bronze gegossen hat: drei Fahrgeräte, die auf jede erwachsene Konvention pfeifen, mit schiefen Reifen und krummen Lenkern, zugleich warmherzig und voller Charme. Materialisierte Kinderfantasien, die aber spürbar die Handschrift des Künstlers tragen, der sie weiterentwickelt, beinah comicartig überzeichnet und schließlich geformt hat. Im Zusammenhang mit dem Anspruch auf kindlich-künstlerische Authentizität ist auch Wanks Entschluss zu verstehen, die Oberfläche der Bronzeskulpturen nicht konventionell zu patinieren, sondern in ihrem fleckigen Rohzustand zu belassen. Denn ebensowenig wie ein Kind seine Bilder nachträglich korrigieren würde, vertrügen die krummbuckeligen Vehikel Wanks ein perfekt patiniertes Äußeres. Und außerdem sind sie ja zum Spielen und Draufsitzen gedacht - wodurch sie mit der Zeit, ganz nebenbei, auf Hochglanz poliert werden.

Matthias Supé

Fotos: Claudia Hofmair