Monika Kapfer:
Ohne Titel, 2006


Kindertagesstätte Bad-Schachener-Straße 94
Architekt: Fischer + Steiger
 

Einzelwerk
   

Außen:
1 Acrylglaskugel (rot), Durchmesser ca. 130 cm
Innen:
36 Acrylglaskugeln (orange, blau, grün, umbra), Durchmesser 12, 15 und 20 cm




Blickt man den orangefarbenen, blauen, grünen und braunen Plexiglaskugeln nach, die wie Seifenblasen an der Flurwand der Kindertagesstätte in der Bad Schachener Straße hinauf schweben, dann fällt der Blick irgendwann durch das Oberlicht in den Himmel. Einen Himmel, der ebenfalls unterschiedliche Farben haben kann und sie vielleicht gerade in diesem Moment ändert.
Spätestens dann ist das Konzept der Künstlerin Monika Kapfer aufgegangen - nämlich Blicke zu lenken und Wahrnehmung zu verändern. Was dem Betrachter während des Schauens auffällt oder für ihn an Bedeutung gewinnt, bleibt freilich ihm überlassen. "Es geht darum, Räume zu erfahren," sagt Monika Kapfer," nicht um didaktischen Fingerzeig."
Dank dieses mehrdimensionalen Ansatzes sind die 36 transparenten und vom Oberlicht sanft illuminierten Plexiglaskugeln auch weit mehr als nur eine Ansammlung starrer Körper. Sie sind - wie es stets für Objekte in Kapfers Installationen gilt - in Zusammenhang mit ihrer Umgebung zu sehen und zu verstehen. Für den Betrachter hat dies den angenehmen Mehrwert, ins Kunstwerk regelrecht eingebunden zu werden.
Schon am Eingang wird der Besucher der Kindertagesstätte von einer großen roten Kugel gewissermaßen begrüßt. Die gesamte Installation erschließt sich dann im Entlanggehen des Flures, während sich die eigenen Blickwinkel und damit auch die Konstellationen der Kugeln verändern. Wenn auf diese dann auch noch Licht durchs Glasdach fällt, gibt es für den Betrachter eine Menge zu entdecken. Und zwar viel mehr als nur orangefarbene, blaue, grüne und braune Plexiglaskugeln.

Matthias Supé

Fotos: Florian Holzherr