Beate Engl:
Ain't No Sunshine, 2004/ 2005


Kindertagesstätte Riegerhofweg
Architekt: Wille und Kastner
 

Einzelwerk
   

Leuchtdioden, Plexiglas, Solarzelle, Steuerung



Für die Decke des Eingangsfoyers in der Kindertagesstätte Riegerhofweg hat Beate Engl ein Sternbild entwickelt. Dem Betrachter erschließt sich eine abstrakte Zeichnung aus Lineaturen von Lichtpunkten. Gemeinsam von einem Zentrum aus verbreiten sie sich über die Fläche der Decke und laufen zu den Rändern hin aus. Das Bild erinnert an ein Straßennetz, das aus der Vogelperspektive im Dunkeln allein an seiner Beleuchtung erkennbar ist.

Tatsächlich handelt es sich hierbei um die kartografische Darstellung all jener Wege, die die Kinder täglich von ihrem Zuhause zur Tagesstätte zurücklegen. Lediglich die Tagesstätte ist als Grundriss abgebildet und wird damit als ihr gemeinsamer Zielpunkt identifizierbar.

Das abstrahierte Wegenetz aus opakweißen Plexiglasschienen mit Leuchtkörpern aus gelb-orangefarbenen LEDs wird mittels Solarzellen auf dem Dach in acht Schaltkreisen gesteuert. Die Lichtzeichnung im Inneren des Gebäudes wird zum Spiegel der Lichtverhältnisse außen: während der Grundriss der Tagesstätte permanent leuchtet, breitet sich das Licht konzentrisch und abhängig von der Intensität der Sonneneinstrahlung sukzessive über die Wegstrecken aus. Erst bei maximaler Leistung der Solarzellen brennen die Lichter der gesamten Fläche und beginnen zu blinken. So strahlt der Punkt der Tagesstätte wie ein Fixstern aus sich selbst heraus, und die Wege der Kinder gleichen Planetenbahnen, die mit dem Solarlicht zu leuchten beginnen.

Der Titel der Arbeit bezieht sich auf einen Song von Bill Withers aus dem Jahre 1971 und thematisiert die Entstehung von Licht als immer wiederkehrender Prozess: Aint no sunshine, when she’s gone, Wonder if she’s gone to stay…

Angelika Nollert


Fotos: Antje Hanebeck